Glossar

Adaptivität

Adaptivität bedeutet, dass die Lerninstruktionen sich an die individuellen Bedürfnisse, Fähigkeiten oder den Fortschritt der Lernenden anpassen, indem z.B. Aufgaben oder Inhalte entsprechend modifiziert werden. Dies ermöglicht personalisierte Lernwege und optimierte Unterstützung.

Effektstärke g

Die Effektstärke g (Hedges' g) ist ein statistisches Maß, das verwendet wird, um den Unterschied zwischen zwei Gruppen anzugeben, meist in Experimenten oder Studien. Es zeigt, wie stark der Effekt einer Intervention oder eines Unterschieds ist.

Generative KI

Generative KI ist eine Form der Künstlichen Intelligenz, die auf Basis von Daten eigenständig neue Inhalte wie Texte, Bilder oder Musik erstellt. Sie verwendet Modelle, wie neuronale Netzwerke, um Muster zu lernen und daraus kreative oder nützliche Ergebnisse zu erzeugen.

Impliziter Assoziationstest

Beim impliziten Assoziationstest handelt es sich um eine indirekte Methode zur Erfassung impliziter Einstellungen, bei welchem die Reaktionszeiten erfasst werden. Dieser Test wurde von Greenwald, McGhee und Schwartz entwickelt. Der implizite Assoziationstest ist die meistverwendete Methode zur Erfassung impliziter Einstellungen und zeichnet sich durch eine hohe Reliabilität aus.

Large Language Models

Large Language Models sind Sprachmodelle, die in der Lage sind, menschliche Sprache zu generieren und so z.B. Fragen beantworten und andere sprachbezogene Aufgaben lösen können.

Metaanalyse

Eine Metaanalyse ist eine wissenschaftliche Methode, bei der die Ergebnisse mehrerer Studien zu einem bestimmten Thema statistisch zusammengefasst werden, um eine präzisere Gesamtaussage zu erhalten. Sie hilft dabei, den Überblick über verschiedene Forschungsergebnisse zu behalten und gemeinsame Trends oder Zusammenhänge zu erkennen.

Pädagogisches Translanguaging

Pädagogisches Translanguaging umfasst Unterrichtsansätze, die alle sprachlichen Ressourcen von Schüler*innen in den Lernprozess einbeziehen. Aufbauend auf dem Konzept des Translanguagings, dem eine ganzheitliche Perspektive auf Mehrsprachigkeit zugrunde liegt, wird das gesamte sprachliche Repertoire der Schüler*innen als Ressource für den Lernprozess verstanden. Durch gezielte Impulse, z. B. mehrsprachiges Unterrichtsmaterial und Ermöglichung mehrsprachiger Kommunikation (z. B. beim kooperativen Lernen) wird die natürliche Sprachpraxis der Schüler*innen berücksichtigt und produktiv im Lernprozess eingebunden. 

Peer-Review

Peer-Review ist ein Verfahren, bei dem wissenschaftliche Arbeiten von Fachkollegen anonym begutachtet werden, um ihre Qualität, Richtigkeit und Relevanz zu überprüfen. Dieses Verfahren stellt sicher, dass nur sorgfältig geprüfte Forschungsergebnisse veröffentlicht werden.

Prompt

Ein Prompt ist eine Eingabeaufforderung oder Anweisung, die an ein KI-Modell (z.B. eine generative KI) gegeben wird, um eine gewünschte Antwort oder ein Ergebnis zu erhalten. Der Prompt bestimmt, welche Art von Text, Bild oder Inhalt die KI erzeugen soll.

Pygmalioneffekt

Der Pygmalioneffekt wird auch oft sich selbsterfüllende Prophezeiung genannt. Es handelt sich hierbei um einen Kreislauf, der damit beginnt, dass Lehrkräfte negative Stereotype und damit einhergehende niedrige Erwartungen an bestimmte Schüler*innen haben. Diese beeinflussen dann ihr Verhalten gegenüber diesen Schüler*innen und die Schüler*innen passen sich an die Lehrkrafterwartungen an, z. B. melden sie sich weniger. Durch diese Anpassung zeigen die Schüler*innen dann tatsächlich die Leistungen, die von ihnen erwartet werden. Dadurch fühlen sich Lehrkräfte in ihren negativen Erwartungen bestätigt und behalten diese bei. Die Gefahr besteht hier darin, dass die Stereotype und Erwartungen, die zu Beginn an die Schüler*innen gestellt werden, lediglich aufgrund der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe geformt wurden, aber nicht mit dem tatsächlichen Leistungspotenzial der Schüler*innen übereinstimmen muss.

Stereotype

Stereotype sind mental gespeicherte Assoziationen über das Wesen, das Verhalten, den Charakter von Mitgliedern bestimmter sozialer Gruppen, zum Beispiel Frauen oder Menschen mit Migrationshintergrund. Durch diese mentalen Assoziationen meinen wir einerseits zu wissen, warum eine Person bestimmte Verhaltensweisen gezeigt hat oder andererseits, wie sich eine Person zukünftig verhalten wird. Bei Letzterem sprechen wir von stereotypen Erwartungen an Mitglieder sozialer Gruppen.

Explizite Stereotype

Explizite Stereotype sind die Stereotype, die wir bewusst abrufen können. Voraussetzung hierfür ist in der Regel, dass wir ausreichend Zeit und Kapazitäten haben, um über die expliziten Stereotype nachzudenken. Explizite Stereotype beeinflussen insbesondere Verhalten, das eher kontrolliert abläuft, zum Beispiel wenn sich eine Lehrkraft Zeit nimmt und die Arbeiten ihrer Schüler*innen kontrolliert.

Implizite Stereotype

Implizite Stereotype sind die Stereotype, die automatisch aktiviert werden, beispielsweise wenn wir Mitgliedern stereotypisierter Gruppen begegnen. Diese Aktivierung verläuft unbewusst ab und passiert auch dann, wenn wir weder Zeit noch Kapazitäten haben. Entsprechend zeigen sich implizite Stereotype besonders in Verhaltensweisen, die eher automatisch ablaufen, wie etwa in unserer Sprache oder unserem nonverbalen Verhalten.

Stereotypenbedrohungseffekt

Beim Stereotypenbedrohungseffekt befürchten Personen durch ihre Zugehörigkeit zu einer negativ stereotypisierten Gruppe dieses Stereotyp durch ihr Verhalten zu bestätigen. Infolgedessen kann es tatsächlich zu niedrigeren Leistungen bei diesen Personen kommen. Bereits die bloße Erwähnung einer Gruppe kann diesen Effekt auslösen: Wird etwa vor einem Mathematiktest auf “Frauen” oder ”Mädchen” als Gruppe hingewiesen, kann dies das negative Stereotyp aktivieren. Die wahrgenommene Bedrohung kann sich dann auf die Testleistung der Schülerinnen auswirken.